Volksbühne Wattenscheid e.V.

Der Autor - Dario Fo


geboren 1926, wurde der Italiener vom Bahnhofsvorsteher zum Theaterautor, Regisseur, Satiriker und Schauspieler. Ende der 50er Jahre fiel er als junger Komiker auf und wurde an das Piccolo Theater verpflichtet. Fo präsentierte dort einen Einakter-Abend - die Premiere im Juni 1958 wurde ein umjubelter Erfolg - Beginn einer grossen Karriere. 1997 wurde er "für sein volkstümlich-politisches Agitationstheater" mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.

Aktuell ist der 85jährige durch den politischen Kampf gegen Silvio Berlusconi in den Schlagzeilen. Er verfasste ein Stück, in dem er Berlusconi selbst auftreten ließ und seine Machtgier satirisch entlarvte. Berlusconi klagte gegen Fo, verlor jedoch. Dazu Fo: "Kampf der Giganten? Ich würde es nüchtern ausdrücken: Wettstreit zweier Berufskomiker!"


Die Stücke - Einakter


Ein Einakter ist ein Stück, dessen Handlung und Spannungsbogen in eine ca. 45 minütige Handlung eingebettet ist. Gerade bei Kommödien entstehen so mehr Dichte, Spannung und keine unnötigen Längen. Aus dem 4 Farcen enthaltendem Buch " Diebe, Damen, Marionetten" hat die Volksbühne 2 Einakter ausgewählt und bearbeitet. Mit diesen von grotesker Situationskomik lebenden Verwechslungskommödien knüpft Dario Fo an die große Tradition der Commedia dell`arte an und führt sie weiter zu einem zeitgemässen theatralischen Jux. Eifersüchtige Ehefrauen, überraschte Ehebrecher, Banditen und Hochstapler und wiederauferstandene Tote sorgen für immer neue Überraschungen.


Vor der Pause: Der Dieb der nicht zu schaden kam


Ein Einbrecher betritt eine Wohnung um dort in Ruhe stehlen zu können. Da klingelt plötzlich das Telefon. Seiner Ehefrau war langweilig, sie will sich nur mal ein bisschen unterhalten, und hat deshalb auf dem Festnetz des Bestohlenen angerufen. Während der Dieb seine Frau abwimmeln muss, kommt plötzlich der Hausherr nach Hause. Keine Zeit zur Flucht für den Dieb, da bleibt nur das Verstecken in der Standuhr. Aus dem Uhrenkasten bemerkt er, dass der Hausherr eine Frau bei sich hat, die allerdings unmöglich die Ehefrau des Mannes sein kann. Als nämlich diese auftaucht, zusammen mit der Ehefrau des Diebes und der Dieb auch noch die Pendelschläge der Uhr abbekommt nimmt das Chaos seinen Lauf und gipfelt in einer rasanten Verwechslungskommödie.


Nach der Pause: Anstreicher sind vergesslich


Eine Witwe beauftragt zwei Anstreicher, ihre Wohnung zu renovieren. Die haben diesen Beruf allerdings nicht gelernt und stellen sich mehr als tölpelhaft an. Doch sie sind nicht die skurrilsten Figuren in dieser Farce...die Witwe scheint dem Wahnsinn nahe, leichte Mädchen gehen in der Wohnung aus und ein, und eine Wachsfigur des verstorbenen Ehemanns erwacht plötzlich zum Leben.

Eine temporeiche clowneske Verwechslungskommödie, die kein Auge trocken lässt.